Die Antworten von Sabrina Krüger
Freizeit und Jugendkultur
- Was fehlt jungen Menschen in Friedberg im Bereich Freizeit und Jugendkultur? Es gibt kaum Orte, an denen man sich treffen kann. Außerdem gibt es häufig nicht die passenden Angeboten.
- Warum gibt es in Friedberg bisher kein Kino – und sehen Sie eine Chance, das zu ändern? Es gab mal Pläne ein Kino im Industriegebiet gegenüber des Globus Baumarktes zu bauen. Der Investor ist leider abgesprungen, da auch wegen der Corona-Pandemie das Risiko zu hoch war. Viele Menschen in Friedberg wünschen sich aber tatsächlich ein Kino. Vor kurzem hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass für das Cityparkhaus ein Bauplan erstellt werden soll. Dabei wird in einer der Pläne ein Kino mit eingeplant werden. Momentan hat das Projekt sogar eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung.
- Wie stehen Sie zu einer Skatehalle oder einem überdachten Skate-Angebot? Vor dem Junity gibt es bereits einen Platz zum Skaten. Sollte man diesen Platz überdachen wollen, würden wir das Vorhaben unterstützen. Ein erster Schritt kann ein Sonnensegel sein, welches der Stadtverordnetenversammlung vom Ortsbeirat Kernstadt bereits vorgeschlagen wurde. Für eine neue Skatehalle müsste zunächst ein geeigneter Ort gefunden werden. Diese Halle könnte auch unabhängig vom Skaten als Treffpunkt für Jugendliche benutzt werden und ist daher eine gute Idee.
- Wie können Treffpunkte entstehen, an denen sich junge Menschen und Erwachsene begegnen können? Aktuell soll die Seewiese umgestaltet werden. Hier gibt es verschiedene Ideen, wie neue Treffpunkte für alle Altersgruppe geschaffen werden können. Auch mit einem neuen Kino würde ein solcher Treffpunkt geschaffen werden. Ansonsten gibt es in Friedberg auch viele Vereine, die als Treffpunkt funktionieren.
- Was wollen Sie tun, damit es mehr attraktive Freizeitangebote für Jugendliche gibt? Friedberg hat ein sehr vielfältiges Kulturangebot. Allerdings gibt es nicht genügend Angebote für Jugendliche. Es gibt einige Veranstaltungen und andere Freizeitangebote im Junity, aber es ist nicht immer für jede Person etwas dabei. Zunächst kann man aber die bestehenden Strukturen nutzen und noch mehr Angebote schaffen.
Schule, Ausbildung &Zukunft
- Was muss sich konkret ändern, damit junge Menschen in Friedberg eine Zukunftsperspektive sehen? Auf alle von ihren Fragen muss eine Antwort gefunden werden. Außerdem müssen Jugendliche verstärkt bei politischen Prozessen beteiligt werden.
- Warum gibt es für die Oberstufenschüler*innen der Augustinerschule noch Container auf dem Goetheplatz – und wie lange soll das so bleiben? Die Augustinerschule hat ein Platzproblem und man sucht schon länger eine Fläche zur Vergrößerung. Unter anderem wollte man ein neues Gebäude auf dem Goetheplatz errichten. Hier hat die Stadt etwas dagegen, da man die dortige Grünfläche erhalten möchte. Die Container sind die aktuelle Übergangslösung, bis eine Lösung für das Platzproblem gefunden wird. Ein Erweiterungsbau auf dem jetzigen Gelände ist aktuell in Planung, aber der Bau wird vermutlich erst im Jahr 2028 stattfinden. Mindestens bis dahin bleiben die Container stehen.
- Wie kann die Stadt junge Menschen bei Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg besser unterstützen? Es gibt bereits Berufsmessen in der Stadthalle in Friedberg. Außerdem gibt es den Zukunftsraum auf der Kaiserstraße. In Kooperation mit der THM gibt es dort Angebote, die Kontakte zwischen Studierenden und Unternehmen schaffen. Als Angebot für das Kennenlernen der THM gibt es die Hochschulinformationstage und andere Angebote der Schulen. All diese Angebote können und sollten durch die Stadt durch Werbung oder zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten unterstützt werden. Außerdem kann die Stadt auch selbst ausbilden.
Räume & Stadt
- Wo können Jugendliche in Friedberg sein, ohne zu stören – und was braucht es dafür? In aller erster Linie stören Jugendliche nicht. Egal wo sie sich aufhalten. Es muss aber trotzdem mehr Treffpunkte und Angebote für Jugendliche geben.
- Wann werden Straßen in Friedberg nachhaltig erneuert und verbessert? Die Instandhaltung der Straßen ist eine gesetzlich vorgeschriebene Tätigkeiten, die die Stadt erfüllen muss. Im Moment gibt es eine Prioritätenliste. Anhand dieser entscheidet sich, an welcher Stelle zuerst gebaut wird. Begonnen wird im Industriegebiet Pfingstweide. Aktuell liegt die Verantwortung allerdings bei der Verwaltung und die Politik kann hier wenig ausrichten, außer nachzufragen und Druck zu machen. Wir selbst haben im Winter 2024 eine Begehung der Kernstadt durchgeführt und haben das Thema im Blick.
- Wie wollen Sie für mehr Grünflächen, Bäume und Blumen im Stadtgebiet sorgen? Zunächst muss erstmal das erhalten werden, was an Grünflächen, Bäumen und Blumen da ist. Im Rahmen der Kaiserstraßen-Umgestaltung zum Beispiel werden vermutlich einige Bäume gefällt werden. Die Wurzeln der Bäume zerstören die Leitungen, die unter der Straße liegen. Ursache des Problems ist, dass die Bäume durch die geschlossene Asphaltdecke nicht genügend Sauerstoff bekommen und diesen dann in den Leitungen suchen. Deswegen muss zunächst dafür gesorgt werden, dass der Bestand bessere Bedingungen erhält. Z.B. durch Sickerasphalt, Rückbau von geschlossenen Plätzen, usw.
- Was kann gegen Müll und fehlende Aschenbecher im öffentlichen Raum getan werden? Mehr Mülleimer an Orten, wo sie benötigt werden und Aschenbecher zur Verfügung stellen. In der Vergangenheit hat die Stadt in sprechende Mülleimer auf der Kaiserstraße investiert. Anstelle dieser hätte man für das gleiche Geld deutlich mehr „normale“ Mülleimer anschaffen können. Hier muss geschaut werden, an welchen Stellen Bedarf ist.
- Wie wollen Sie die Infrastruktur in Friedberg konkret verbessern? Wir haben bis zuletzt das Vorhaben unterstützt, die Bahnhofsunterführung bis nach Fauerbach zu verlängern. Hier hätte man zwei Stadtteile miteinander verbinden können. Neben einem Fußweg wäre hier auch ein Radweg entstanden. Die weitere Planung des Vorhabens wurde leider knapp von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Wir möchten Friedberg gerne für Fußgänger und Radfahrer sicher machen. Dabei muss der Ausbau auch Barrierefreiheit schaffen und es müssen die Ortsteile Friedbergs berücksichtigt werden. Die Kaiserstraße sollte am besten autofrei sein. Außerdem wollen wir den ÖPNV im gesamten Stadtgebiet ausbauen und am liebsten kostenlos machen. So kann jede Person einfach von einem Ort zum anderen kommen.
- Wie stehen Sie zu mehr Ausgeh- und Partymöglichkeiten (z. B. Clubs, Bars, Veranstaltungen)? Es gab in Friedberg jahrelang das Central-Studio. Das Geschäft hat sich aber auch für den letzten Betreiber nicht gelohnt. Das Angebot hat hier also scheinbar nicht gepasst. Grundsätzlich unterstütze ich die Idee mehr von solchen Einrichtungen zu haben. Die konkrete Umsetzung liegt jedoch in privater Hand und nicht in der der Stadt.
- Wie können mehr soziale Aktionen und Projekte für junge Menschen gefördert werden? In Friedberg gibt es den Stadtjugendring. Bei diesem kann Geld für Aktionen und Projekte beantragt werden. Außerdem hat Friedberg einen Jugendrat. Hier können Jugendliche konkret mitgestalten. Auch dieser hat ein Budget zur Verfügung, mit dem Aktionen und Projekte gefördert und umgesetzt werden können.
Mitbestimmung & Politik
- Wie können Jugendliche in Friedberg wirklich mitentscheiden – nicht nur angehört werden? Sich zusammentun und gemeinsame Ziele verfolgen ist ein erster wichtiger Schritt. Dafür kann man Freunde und Bekannte fragen, was sie bewegen und dann bspw. an den Jugendrat herantreten, um Ideen für Projekte zu geben. Man kann sich in Schülervertretungen oder auch selbst im Jugendrat engagieren. Zusätzlich sollte das Wahlalter auf 16 herabgestuft werden. In diesem Alter kann man definitiv schon politische Verantwortung tragen.
- Was ist aus den angekündigten Bänken auf der Seewiese geworden? Die Bänke werden vermutlich erst im Rahmen der Umgestaltung der Seewiese gebaut werden.
- Wie ist der aktuelle Stand bei der Entwicklung der Kaserne? Friedberg hat von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) (der gehört aktuell das Kasernengelände) drei Grundstücke für Feuerwehr, THW und Betriebshof erworben. Alle drei Einrichtungen sollen dort einen Neubau erhalten. Die Entwicklung des restlichen Kasernengeländes wurde an einen Investor abgegeben. Dieser ist aktuell damit beschäftigt Pläne für die Bebauung und Nutzung des Geländes zu erstellen. Wann es losgeht, ist noch nicht klar.
- Warum dauern bestimmte Projekte in Friedberg so lange – und was kann man dagegen tun? Zwischen der ersten Idee und der Umsetzung eines Projektes liegen viele Schritte. In Friedberg liegt es meist an der Verwaltung oder an den Investoren, die nicht in die Umsetzung gehen. So bleiben lange geplante Projekte leider unbeendet. Hier kann die Politik nur immer wieder Druck auf die Verwaltung machen, dass Beschlüsse auch umgesetzt werden. Wenn Investoren bauen wollen, hat die Stadt leider nicht mehr viel Mitspracherecht und das ist ein Problem.