Die Antworten von Jannis Malte Olthoff

Freizeit und Jugendkultur

  1. Was fehlt jungen Menschen in Friedberg im Bereich Freizeit und Jugendkultur? Mir war als Jugendlicher am wichtigsten, einen Ort zu haben, wo ich mit meinen Freunden chillen kann und auch mal laut Musik hören darf, ohne dass direkt wieder Beschwerden von Anwohnern kommen. Natürlich wäre auch ein Kino sehr cool.
  2. Warum gibt es in Friedberg bisher kein Kino – und sehen Sie eine Chance, das zu ändern? Das Problem hierbei ist, dass man von der privaten Wirtschaft abhängt. Um in Friedberg wieder ein Kino aufzumachen, muss man erst mal einen Betreiber finden, der bereit ist, dafür zu investieren. Ich sehe aber Chancen für ein neues Kino. Die Freien Wähler setzen sich für einen Neubau des Parkhauses am Bahnhof ein, mit einem Kino, für das auf dem Gelände genügend Platz wäre.
  3. Wie stehen Sie zu einer Skatehalle oder einem überdachten Skate-Angebot? Auch hier hängt es wieder an der privaten Wirtschaft. Für eine Skatehalle müsste ebenfalls ein Investor gefunden werden, der das ganze baut und betreibt. Allerdings gibt es einen Vorschlag der Grünen, den Skateplatz am Junity zu überdachen, den wir als Freie Wähler gerne unterstützen.
  4. Wie können Treffpunkte entstehen, an denen sich junge Menschen und Erwachsene begegnen können? Diese Treffpunkte sind schon vorhanden. Es gibt in Friedberg ein riesiges Angebot an Vereinen. Egal ob Gartenbau, Sport oder meine persönliche Leidenschaft: die Freiwillige Feuerwehr. Hier kommen Jung und Alt zusammen, um gemeinsamen Interessen nachzugehen oder zusammen für eine gute Sache einzustehen. Auch hier empfehle ich wieder den Zukunftsraum, der ja als genau so ein Treffpunkt dienen soll.
  5. Was wollen Sie tun, damit es mehr attraktive Freizeitangebote für Jugendliche gibt? Man sollte versuchen, Friedberg für Unternehmer attraktiv zu machen, damit sie hier neue Bars, Cafés oder auch ein Kino eröffnen. Wichtig ist es, die Vorschläge junger Leute zu sammeln und sie zu diskutieren. Damit aus Wünschen konkrete Planungen werden, müssen alle Parteien zusammenarbeiten und sich für die Umsetzung stark machen. Es ist auch wichtig attraktiv für Unternehmer zu bleiben, damit sie hier Freizeitangebote wie Kinos, Bars, Clubs und sogar vielleicht, die von euch gewünschte Skatehalle eröffnen.


Schule, Ausbildung &Zukunft

  1. Was muss sich konkret ändern, damit junge Menschen in Friedberg eine Zukunftsperspektive sehen? Friedberg muss als Wohnort attraktiver werden. Es muss eine Vielfalt an Freizeit- und Kulturangeboten bieten, die junge sowie alte Menschen abholt. Auch sollte man sich in Friedberg wohl fühlen, wenn man in der Stadt unterwegs ist, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Natürlich sind auch gerade für junge Menschen Bildung und Berufsangebote wichtig. Auch hier sollte die Stadt die Wirtschaft und Bildung fördern, damit zukünftige Generationen sich ein Leben hier in unserer Stadt aufbauen können.
  2. Warum gibt es für die Oberstufenschüler*innen der Augustinerschule noch Container auf dem Goetheplatz – und wie lange soll das so bleiben? Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten, da Schulen nicht der Stadt, sondern dem Wetteraukreis unterstellt sind. Die Stadt Friedberg hat somit nur wenig bis gar keinen Einfluss darauf, wie lange diese Container stehenbleiben. Das Einzige, was man tun kann, ist zu versuchen, auf den Kreis Druck aufzubauen. Wie erfolgreich das ist, lässt sich nur schwer sagen.
  3. Wie kann die Stadt junge Menschen bei Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg besser unterstützen? Hier kann ich den Zukunftsraum Friedberg empfehlen. Damit hat Friedberg einen Ort, an dem Unternehmer und junge Menschen sich vernetzen können. Vielleicht lernt man genau dort jemanden kennen, der einen beim Aufbau der eigenen Karriere unterstützt. Das Studium ist größtenteils Eigenverantwortung, diese Erfahrung habe ich selbst als Student gemacht. Jedoch auch hier ist der Zukunftsraum eine gute Möglichkeit, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die schon in dem Berufsfeld arbeiten, das man studiert. So kann man Kontakte aufbauen, die z.B. bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder einer Studentenstelle hilfreich sind.


Räume & Stadt

  1. Wo können Jugendliche in Friedberg sein, ohne zu stören – und was braucht es dafür? Jugendliche brauchen einen Ort, wo sie auch mal unter sich sind und Quatsch machen können, ohne dass ein Erwachsener aufpasst. Das gehört zum Erwachsen werden dazu. Ich habe mit 16 – 17 oft auf der Seewiese mit meinen Leuten gechillt. Das war aber auch nicht Ideal. Es fehlen gute Sitzmöglichkeiten und auch eine Überdachung, um vor Regen geschützt zu sein. Wichtig sind aber auch Mülleimer, damit die Jugendlichen im Nachhinein aufräumen können und nicht überall Müll und leere Flaschen zurücklassen müssen . Natürlich gehört auch gegenseitiger Respekt dazu: Ältere Menschen müssen einsehen, dass solche Arten von Zusammenkünften nun mal zum Jungsein dazu gehören. Dafür müssen Jugendliche Rücksicht nehmen und die Musik nach 22Uhr vielleicht etwas leiser drehen.
  2. Wann werden Straßen in Friedberg nachhaltig erneuert und verbessert? Das ist natürlich auch eine Frage des Geldes. Die nachhaltige Erneuerung der Straßen in Friedberg, die ja mittlerweile in teilweise echt schlimmen Zuständen sind, wird teuer werden. Jedoch streben wir einen zügigen Beginn der Sanierungen an, um unser Städtchen wieder aufzuwerten.
  3. Wie wollen Sie für mehr Grünflächen, Bäume und Blumen im Stadtgebiet sorgen? Uns ist bewusst, dass Stadtgrün gerade in Zeiten des Klimawandels sehr wichtig ist, da es zur Abkühlung in den Innenstädten beiträgt. Im Zuge der Straßensanierung werden wir uns also dafür einsetzen, im Straßenbild für mehr Begrünung zu sorgen. Allerdings spielen hier auch die Kosten wieder eine Rolle, da alle neuen Pflanzen auch gepflegt werden müssen, was Personal- und Arbeitsaufwand bedeutet. Es liegt auch ein wenig in der Hand der Bürger, wie sie ihre eigenen Grundstücke begrünen, da auch der eigene Garten zu einem grüneren Stadtbild beiträgt.
  4. Was kann gegen Müll und fehlende Aschenbecher im öffentlichen Raum getan werden? Mehr Mülleimer und Aschenbecher im Stadtgebiet aufzustellen und an die Leute appellieren, diese auch zu nutzen!
  5. Wie wollen Sie die Infrastruktur in Friedberg konkret verbessern? Am wichtigsten hierbei ist die Kaiserstraße. Sie ist das Herzstück Friedbergs und soll wieder eine Vielfalt an unterschiedlichen Geschäften, Restaurants, Bars und Cafés bieten. Natürlich müssen auch die Verkehrswege für Fahrräder sowie für Autos saniert und erweitert werden. Dafür wollen wir uns stark machen.
  6. Wie stehen Sie zu mehr Ausgeh- und Partymöglichkeiten (z. B. Clubs, Bars, Veranstaltungen)? In Friedberg gibt es bereits einige Bars und vor kurzem hat sogar ein Technoclub eröffnet. Als junger Mensch, der selbst oft nach Frankfurt oder Gießen feiern geht, bin ich natürlich offen für jedes neue Angebot in diesem Bereich, in unserer Stadt. Hier muss man aber wieder sagen, dass das an der privaten Wirtschaft hängt. Es ist immer noch ein Risiko, in Friedberg einen Club zu eröffnen, da die Konkurrenz aus Frankfurt und Gießen sehr stark ist. Es liegt also auch an den Bewohnern, hier in der Stadt neue Angebote auszuprobieren und zu unterstützen, damit neue Clubs und Bars nicht sofort wieder schließen müssen, weil sie keinen Zulauf haben und daher der Umsatz fehlt.
  7. Wie können mehr soziale Aktionen und Projekte für junge Menschen gefördert werden? Hier setzen wir auf unseren Friedberger Jugendrat. Wir Freien Wähler freuen uns über das Engagement der Jugendlichen hier in Friedberg und stehen euren Vorschlägen offen gegenüber. Wir sind auch bereit, wenn ihr konkrete Ideen habt, diese für euch in die Stadtverordnetenversammlung einzubringen.


Mitbestimmung & Politik

  1. Wie können Jugendliche in Friedberg wirklich mitentscheiden – nicht nur angehört werden? Das ist eine Frage des Alters. Zunächst ist es natürlich wichtig – wenn man alt genug ist – wählen zu gehen. Es steht euch auch frei, einer Partei bzw. deren Jugendorganisationen beizutreten, um am politischen Geschehen teilzunehmen. Es gibt auch seit ein paar Jahren einen Jugendrat in Friedberg, der schon einige Steine ins Rollen gebracht hat. Wenn ihr noch zu jung seid, um in einer Partei bzw. ihrer Jugendorganisation mitzuwirken, wird es natürlich schwieriger. Hier kann ich euch nur raten, Kontakt zu Menschen zu suchen, die in Friedberg politisch aktiv sind, z .B . im Verwandten- oder Freundeskreis. Ihr könnt versuchen. über sie eure Ideen und Wünsche in die Stadtverordnetenversammlung zu bringen. Ihr könnt auch gerne die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung besuchen. Auf der Website seht ihr, wann öffentliche Sitzungen stattfinden. Dort könnt ihr dann das Gespräch mit den Politikern suchen, und den Interessen der Jugendlichen eine Stimme verleihen.
  2. Was ist aus den angekündigten Bänken auf der Seewiese geworden? Die Bänke werden im Rahmen der Umsetzung des Seewiesenkonzepts aufgestellt. Der nächste Schritt dabei ist die Errichtung des vom Jugendrat Friedberg gewünschten Pumptracks. Dieser soll, wie es heißt, noch bis zum Sommer umgesetzt sein. Ob in diesem Zuge dann auch die Bänke kommen, kann ich leider nicht sagen.
  3. Wie ist der aktuelle Stand bei der Entwicklung der Kaserne? Die Kaserne steht unter Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, dieser eine Teilfläche des Kasernengeländes abzukaufen, um dort ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Kernstadt und einen neuen Bauhof zu bauen. Für den Rest der Kaserne soll sich bald für einen Investor entschieden werden, der die übrige Fläche bebaut. Wie das dann genau aussieht, sprich: wie viel Wohn- oder Gewerbefläche entsteht, liegt dann in der Hand des Investors.
  4. Warum dauern bestimmte Projekte in Friedberg so lange – und was kann man dagegen tun? Ein großes Problem ist, dass in den letzten Jahren nicht wirklich an einem gemeinsamen Strang gezogen wurde. Es wurden Vorschläge der Gegenseite aus Prinzip abgelehnt, was den politischen Prozess sehr verlangsamt hat. Was man dagegen tun kann ist, als junger Mensch politisch aktiv zu werden und frischen Wind in die Stadtverordnetenversammlung zu bringen! Ich würde aber sagen, dass dieser Aufbruch schon im Gange ist und sich das politische Klima in den nächsten Jahren wirklich verbessern kann. Ich bin da optimistisch!