Die Antworten von Colin Huber

Freizeit und Jugendkultur

  1. Was fehlt jungen Menschen in Friedberg im Bereich Freizeit und Jugendkultur? Dazu sollten die Jugendlichen insbesondere selbst zu Wort kommen, z.B. über den Jugendrat. Wir hören da sehr genau zu: Es fehlen vor allem niedrigschwellige Räume, die junge Menschen selbstbestimmt nutzen können. Orte zum Treffen, Musikmachen oder Organisieren von Veranstaltungen gehören zu einer lebendigen Stadt. Bestehende Angebote müssen verlässlich unterstützt und zugleich neue Möglichkeiten geschaffen werden.
  2. Warum gibt es in Friedberg bisher kein Kino – und sehen Sie eine Chance, das zu ändern? Wir wollen ein Friedberger Kino! Es gab früher eines in der Bismarckstraße, dass leider schließen musste. Ein Kino muss für den Betreiber zugleich wirtschaftlich funktionieren, deshalb ist es nicht so einfach, einen zu finden. Ein Kino könnte ein echter Impuls für die Innenstadt sein. Deshalb unterstützen wir Grüne den aktuellen Vorschlag, ein Friedberger Kino neben dem neuen City-Parkhaus unterzubringen.
  3. Wie stehen Sie zu einer Skatehalle oder einem überdachten Skate-Angebot? Ich halte das für sinnvoll. Ein überdachtes Angebot ist ganzjährig nutzbar und schafft einen zusätzlichen Ort für Bewegung. Wichtig ist, junge Menschen von Anfang an in Planung und Standortwahl einzubeziehen. Nur so entsteht ein Ort, der wirklich angenommen wird. Die Grünen haben sich mit für eine Aufwertung der Anlage neben dem Junity eingesetzt: Wir halten dort ein Sonnensegel und einen Trinkbrunnen für heiße Tage für wichtig.
  4. Wie können Treffpunkte entstehen, an denen sich junge Menschen und Erwachsene begegnen können? Wir müssen die ganze Stadt, und damit auch die Ortsteile, so umbauen und gestalten, damit wir uns alle gerne draußen aufhalten. Mehr Fokus auf die Menschen und weniger auf Parkplätze. Durch gut gestaltete öffentliche Plätze mit Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Veranstaltungen. Begegnung entsteht dort, wo Räume bewusst dafür geplant werden. Stadtentwicklung sollte immer auch soziale Aspekte berücksichtigen.
  5. Was wollen Sie tun, damit es mehr attraktive Freizeitangebote für Jugendliche gibt? Wir setzen uns ein für eine Aufwertung des öffentlichen Raums mit Angeboten ohne Konsumzwang: Spiel- und Sportplätze, Jugendtreffs, Sitzgelegenheiten im Freien (auch überdacht), Aufenthaltsqualität in der Kernstadt und den Ortsteilen.

Schule, Ausbildung &Zukunft

  1. Was muss sich konkret ändern, damit junge Menschen in Friedberg eine Zukunftsperspektive sehen? Junge Menschen wissen, was sie brauchen und sollten mehr eingebunden werden. Sie müssen sich wohlfühlen und wahrnehmen, dass Friedberg sich positiv entwickelt. Junge Menschen brauchen gute Bildung, bezahlbaren Wohnraum und eine Stadt, in der sie sich gerne aufhalten – in allen Lebenslagen und Altersstufen. Dazu gehören moderne Schulen, vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten, eine attraktive THM. Aber natürlich auch eine zukunftssichere und klimafeste Infrastruktur mit viel besseren Rad- und Fußwegen, echte Freizeitangebote mitten in der Stadt und Plätze mit Aufenthaltsqualität ohne Konsumzwang in der Kernstadt und auch in den Ortsteilen. Unter dem Leitbild „Lebenswerte Stadt“ verbinden wir Grüne konsequenten Klimaschutz, vorausschauende Klimaanpassung, Schutz unserer Natur, sozial gerechte Lastenverteilung, Mobilität für alle, Sicherheit sowie die Unterstützung von Vereinen und demokratischen Initiativen. Wir unterstützen die Aktivitäten des Jugendrates und freuen uns, dass sich dort Jugendliche für ein besseres Friedberg einsetzen.
  2. Warum gibt es für die Oberstufenschüler*innen der Augustinerschule noch Container auf dem Goetheplatz – und wie lange soll das so bleiben? Container können eine Übergangslösung sein, dürfen aber kein Dauerzustand werden! Die Augustinerschule hatte bei der Rückkehr von G8 zu G9 zu wenig Platz. Zunächst wurde eine Aufstockung des „N-Baus“ diskutiert, die aber bisher nicht angegangen wurde. Für die Schulen und insbesondere für einen Erweiterungsbau ist der Wetteraukreis zuständig. Die Stadt Friedberg hat den Platz für die Container dem Kreis bis März 2028 überlassen. Das Ziel muss sein, schnell wieder reguläre Lernbedingungen zu schaffen!
  3. Wie kann die Stadt junge Menschen bei Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg besser unterstützen? Die Stadt sollte stärker zwischen Schulen, Betrieben und jungen Menschen vermitteln und gezielt Netzwerke fördern. Wichtig sind außerdem bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende und Studierende sowie eine verlässliche, sichere Mobilität im Alltag. Wer gut angebunden ist, hat bessere Chancen. Erfolgreich ist bereits die Vernetzung für die Studierenden: Die Stadt sucht immer wieder den Kontakt zur THM, z.B. durch Informationsangebote im „Zukunftsraum“ auf der Kaiserstraße und mit der Einladung an die Erstsemester, bei dem diese die Stadt kennenlernen.


Räume & Stadt

  1. Wo können Jugendliche in Friedberg sein, ohne zu stören – und was braucht es dafür? Jugendliche stören nicht! Sie gehören überall dazu! Der öffentliche Raum steht allen zur Verfügung. Alle Bevölkerungsgruppen sollen sich dort sicher und unbefangen aufhalten können. Dafür braucht es gut ausgestattete Bereiche mit Licht, Platz für Bewegung und Sitzmöglichkeiten mit digitalem Zugang. Ein offener Dialog ist sinnvoller als Verdrängung. 
  2. Wann werden Straßen in Friedberg nachhaltig erneuert und verbessert? Straßen werden von der Verwaltung Schritt für Schritt saniert. Wir brauchen aber nicht nur neuen Asphalt: Wenn gebaut wird, müssen Fußwege, Radwege, Barrierefreiheit und Klimaanpassung mitgedacht werden. Das heißt autofreie Gehwege, sichere Radwege in der Kernstadt und zwischen den Ortsteilen sowie Fahrradstraßen in Wohngebieten, in denen der Autoverkehr sich an den Fahrrädern orientieren muss und nicht umgekehrt. Insbesondere müssen die Ziele des Klimaschutz- und Mobilitätskonzepts verfolgt werden, was die Grünen seit langem einfordern. Mit beiden Konzepten liegen jetzt endlich detaillierte Beschreibungen der aktuellen Situation vor, auf deren Grundlage geplant werden kann. Wir setzen uns außerdem ein für mehr Aufenthaltsqualität in der Kernstadt und in den Ortsteilen durch: – Verkehrsberuhigung, – (Tempo 30 oder weniger), wo es möglich und sinnvoll ist, – Car-Sharing auch in den Ortsteilen, -die Stärkung der E-Mobilität durch mehr (Schnell-)Ladestationen, – ein integriertes Parkhaus- und Kinokonzept.
  3. Wie wollen Sie für mehr Grünflächen, Bäume und Blumen im Stadtgebiet sorgen? Bäume und Parks schützen uns vor den Auswirkungen des Klimawandels. Sie sorgen für Erholung und sind schön. Daher setzen wir uns für eine Aufwertung der Seewiese, für den Erhalt der Bäume auf der Kaiserstraße, für mehr Bäume an den Straßen und für einen Park entlang der Usa ein. Artenvielfalt schützt uns – wir schützen sie. Mehr Stadtgrün ist aktiver Klimaschutz und erhöht die Lebensqualität. Wir fordern daher eine naturnahe Bepflanzung bzw. Einsaat auf städtischen Beeten. Für eine rundum bessere Natur in Friedberg streben wir einen Landschaftspflegeplan an. Der umfasst alle städtischen Flächen im Außenbereich und ist eigentlich Pflicht. Noch besser ist ein Biodiversitätskonzept, das das ganze Stadtgebiet mitdenkt und priorisierte Vorschläge macht, wo und wie etwas für die Natur getan werden kann. Manchmal fehlt es auch einfach nur an der Umsetzung, z.B. bei Ausgleichsflächen für Eingriffe. Da bleiben wir dran!
  4. Was kann gegen Müll und fehlende Aschenbecher im öffentlichen Raum getan werden? Ein sauberes Stadtbild fördert das Sicherheits- und Wohlgefühl aller. Daher setzen wir uns u.a. ein für: – Mehrweg-Verpackungen in der Gastronomie, – die Zertifizierung als „Refill-Kommune“ (kostenloses Auffüllen von Trinkwasser-Flaschen), – das konsequente Vorgehen der Ordnungs- bzw. Stadtpolizei gegen wilde Müllablagerungen und Verschmutzungen im Stadtgebiet. In den Ortbeiräten diskutieren wir, welche Möglichkeiten es gibt, die seit 2025 neu organisierte Rest- und Sperrmüllabholung weiter zu optimieren.
  5. Wie wollen Sie die Infrastruktur in Friedberg konkret verbessern? Infrastruktur umfasst viele Themen: Zentrale Bereiche wie Kaiserstraße, Kaserne und Bahnhof müssen zukunftsfest weiterentwickelt werden. Mir ist wichtig, dass sich Menschen sicher, barrierefrei und klimafreundlich durch die Stadt bewegen können. Dazu gehören hochwertige Fuß- und Radwege, ein attraktives Bahnhofsumfeld, ein ÖPNV mit besserer Anbindung der Ortsteile (insbesondere Bauernheim)und eine moderne digitale Verwaltung. Versorgung mit Wasser und Strom: Der Bedarf an Strom wird in den kommenden Jahren massiv steigen, da Heizen und Verkehr weitestgehend CO2-neutral werden muss. Die Grünen fordern ein wesentlich stärkeres Engagement der Stadt Friedberg nicht nur beim Windpark Winterstein, sondern auch bei der energetischen Sanierung und beim Aufbau von Photovoltaik-Anlagen bei möglichst vielen öffentlichen Gebäuden. Entsorgung (Abwasser, Müll): Hier fordern wir Grüne eine vierte Reinigungsstufe beim Klärwerk zum Herausfiltern der Arzneimittelrückstände, eine Trennung von Regen- und Brauchwasser beim Abwassernetz sowie gefilterter Regenwassernutzung bzw. Versickerung z. B. in Baumscheiben, um sowohl Trinkwasser zu sparen als auch Überschwemmungen zu vermeiden. Gute Infrastruktur sorgt für mehr Aufenthaltsqualität.Das betrifft viele weitere Bereiche wie Sportplätze, Spielplätze, Parks und Gewässer. Hierzu stellen die Grünen regelmäßig Anträge.
  6. Wie stehen Sie zu mehr Ausgeh- und Partymöglichkeiten (z. B. Clubs, Bars, Veranstaltungen)? Eine lebendige Stadt braucht auch ein vielfältiges Abendangebot. Ich unterstütze zusätzliche Clubs, Bars und Veranstaltungen, möglichst dauerhaft und gut in die Innenstadt integriert. Die Kaiserstraße soll sich zu einem echten Herz Friedbergs mit hoher Aufenthaltsqualität entwickeln. Die Stadt kann das nicht verordnen, aber begleiten. Wir unterstützen dazu die Wirtschaftsförderung der Stadt, die dazu Netzwerke aufbaut und konkret Anbieter anspricht.
  7. Wie können mehr soziale Aktionen und Projekte für junge Menschen gefördert werden? Für junge Menschen sollte die Stadt kulturelle und soziale Einrichtungen verlässlich unterstützen und ehrenamtliches Engagement stärken. Wichtig sind außerdem mehr Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit geringem Einkommen und inklusive Angebote in Bildung und Betreuung. So entsteht eine Stadtgesellschaft, in der alle mitmachen können.

Mitbestimmung & Politik

  1. Wie können Jugendliche in Friedberg wirklich mitentscheiden – nicht nur angehört werden? Richtig finde ich ein Wahlrecht für die Landtags- und Kommunalwahlen bereits ab 16 Jahren. Jugendliche brauchen echte Beteiligungsrechte. Die gibt es beispielweise über den Jugendrat, dessen Arbeit wir Grüne aktiv unterstützen und begleiten. Dort werden bereits konkrete Projekte diskutiert und gestartet – wie z.B. der Pumptrack. Politische Beteiligung von Jugendlichen ist wertvoll, denn sie stärkt die demokratische Kultur vor Ort. 
  2. Was ist aus den angekündigten Bänken auf der Seewiese geworden? Für die Seewiese ist derzeit ein Gesamtkonzept in der Diskussion. Wir machen uns stark für die Aufwertung der Seewiese durch ansprechende und kommunikative Sitzgelegenheiten und die Steigerung der Attraktivität für Jugendliche.
  3. Wie ist der aktuelle Stand bei der Entwicklung der Kaserne?Die Kaserne ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte Friedbergs. Die Vermarktung der Kaserne geschieht vor allem durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Aktuell hat die Stadt beschlossen, bestimmte Bereiche für Feuerwehr und Bauhof dort selbst zu entwickeln. Unser Ziel ist ein ökologisches, autoarmes Stadtquartier mit guter ÖPNV-Anbindung und bezahlbarem Wohnraum. Hier soll es jetzt endlich schnell weitergehen. Es ist an der Zeit, dass hier etwas passiert.
  4. Warum dauern bestimmte Projekte in Friedberg so lange – und was kann man dagegen tun? Die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung müssen von der Verwaltung umgesetzt werden! Das dauert zurzeit definitiv zu lange. Wir haben hierzu ein „Beschlussmonitoring“ und eine bessere Strukturierung der Verwaltung eingefordert. Friedberg braucht Politik mit Mut. Mut, Dinge zu bewegen. Mut, Chancen zu nutzen. Genau dafür arbeiten wir als Grüne.