Die Antworten von Alexandros Vollmers

Freizeit und Jugendkultur

  1. Was fehlt jungen Menschen in Friedberg im Bereich Freizeit und Jugendkultur? Abseits von Cafés, Skaten oder Bowling ist das Freizeitangebot für junge Menschen in Friedberg leider sehr begrenzt. Gleichzeitig haben wir ein starkes Vereinsleben – dieses Potenzial sollten wir stärker fördern und um neue kulturelle Formate und Räume für Jugendkultur ergänzen.
  2. Warum gibt es in Friedberg bisher kein Kino – und sehen Sie eine Chance, das zu ändern? Ein Kino scheitert meist an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – aber ich bin überzeugt, dass sich mit einem tragfähigen Konzept Investoren finden lassen. In Kooperation mit Stadt und Bildungseinrichtungen könnte ein Kino zudem multifunktional genutzt werden und so dauerhaft wirtschaftlich und kulturell Sinn ergeben.
  3. Wie stehen Sie zu einer Skatehalle oder einem überdachten Skate-Angebot? Skaten ist nicht meine größte Stärke, aber Friedberg hat eine aktive Szene, die man ernst nehmen sollte. Wenn die finanziellen und räumlichen Möglichkeiten es zulassen, halte ich eine Skatehalle oder ein überdachtes Angebot für eine sinnvolle Investition in Jugendkultur.
  4. Wie können Treffpunkte entstehen, an denen sich junge Menschen und Erwachsene begegnen können? Wir sollten öffentliche Veranstaltungen und offene Formate stärken, bei denen Generationen selbstverständlich zusammenkommen. Gleichzeitig ist ein starkes Vereinsleben das Rückgrat unseres Gemeinwesens – hier entstehen Begegnung, Verantwortung und echter Zusammenhalt.
  5. Was wollen Sie tun, damit es mehr attraktive Freizeitangebote für Jugendliche gibt? Zuerst müssen wir ehrlich prüfen, was funktioniert und was nicht – und vor allem junge Menschen selbst einbeziehen. Auf dieser Basis können bestehende Angebote verbessert, angepasst oder gezielt neue Formate geschaffen werden, die wirklich angenommen werden.


Schule, Ausbildung &Zukunft

  1. Was muss sich konkret ändern, damit junge Menschen in Friedberg eine Zukunftsperspektive sehen? Friedberg muss sein wirtschaftliches und kulturelles Potenzial endlich konsequent nutzen. Wir brauchen starke Rahmenbedingungen für Unternehmen, moderne Bildung und eine verlässliche Unterstützung für Vereine und Kultur – damit junge Menschen hier echte Perspektiven finden und nicht wegziehen müssen.
  2. Warum gibt es für die Oberstufenschüler*innen der Augustinerschule noch Container auf dem Goetheplatz – und wie lange soll das so bleiben? Der Erweiterungsbau der Augustinerschule befindet sich in der Planungsphase. Von Planungsbeginn bis Fertigstellung ist bei Schulbauprojekten mit rund fünf Jahren zu rechnen. Zusätzlich wurden mögliche Ausweichgebäude geprüft, unter anderem das ehemalige Forstamt. Keines der geprüften Objekte ist jedoch für den Schulbetrieb geeignet.In diesem Jahr steht außerdem eine notwendige Dachsanierung an der Augustinerschule an.
  3. Wie kann die Stadt junge Menschen bei Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg besser unterstützen? Die Stadt sollte niedrigschwellige Beratungs- und Informationsangebote gemeinsam mit Schulen, Betrieben und Hochschulen ausbauen. Junge Menschen brauchen früh Orientierung, direkte Ansprechpartner und echte Einblicke in Ausbildung, Studium und regionale Karrierewege.


Räume & Stadt

  1. Wo können Jugendliche in Friedberg sein, ohne zu stören – und was braucht es dafür? Jugendliche dürfen kein Störfaktor sein, sondern sind Teil unserer Stadt – Angebote wie das Jugendzentrum oder neue Räume auf der Kaiserstraße sind gute Ansätze. Gleichzeitig müssen öffentliche Orte wie die Kaiserstraße oder die Seewiese so gestaltet werden, dass man sich dort gern und selbstverständlich aufhält.
  2. Wann werden Straßen in Friedberg nachhaltig erneuert und verbessert? Einen konkreten Zeitpunkt kann ich nicht nennen, aber die nachhaltige Sanierung unserer Straßen ist eine zentrale Aufgabe für die Stadt. Eine moderne und intakte Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für Lebensqualität, Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung – hier müssen wir konsequent besser werden.
  3. Wie wollen Sie für mehr Grünflächen, Bäume und Blumen im Stadtgebiet sorgen? Mehr Grün entsteht nicht durch Einzelaktionen, sondern durch klare Prioritäten in der Stadtplanung – etwa bei Neubauprojekten, Parkplatzgestaltung oder Straßensanierungen. Gleichzeitig sollten wir gezielt Baumpflanzungen fördern und Flächen entsiegeln, um Klima, Aufenthaltsqualität und Stadtbild nachhaltig zu verbessern.
  4. Was kann gegen Müll und fehlende Aschenbecher im öffentlichen Raum getan werden? Mehr Mülleimer und Aschenbecher an stark frequentierten Orten sind ein einfacher, aber wirksamer Schritt. Gleichzeitig braucht es Aufklärung und klare Regeln – Sauberkeit ist keine Frage der Politik allein, sondern auch der Eigenverantwortung.
  5. Wie wollen Sie die Infrastruktur in Friedberg konkret verbessern? Wir brauchen eine klare Priorisierung bei Straßen, Radwegen und öffentlichem Nahverkehr sowie schnellere Planungs- und Umsetzungsprozesse. Gleichzeitig müssen wir digitale Infrastruktur und nachhaltige Verkehrsplanung konsequent mitdenken, damit Friedberg zukunftsfähig bleibt.
  6. Wie stehen Sie zu mehr Ausgeh- und Partymöglichkeiten (z. B. Clubs, Bars, Veranstaltungen)? Ein lebendiges Nachtleben gehört zu einer attraktiven Stadt dazu – gerade für junge Menschen. Wenn Konzepte wirtschaftlich tragfähig sind und Rücksicht auf Anwohner genommen wird, sollten wir mehr Bars, Veranstaltungen und kulturelle Formate ausdrücklich ermöglichen.
  7. Wie können mehr soziale Aktionen und Projekte für junge Menschen gefördert werden? Soziale Projekte entstehen oft aus Engagement vor Ort – deshalb sollten wir Vereine, Initiativen und Ehrenamtliche unbürokratisch unterstützen und besser vernetzen. Gleichzeitig kann die Stadt gezielt Räume, Fördermittel und Sichtbarkeit bereitstellen, damit gute Ideen auch umgesetzt werden.


Mitbestimmung & Politik

  1. Wie können Jugendliche in Friedberg wirklich mitentscheiden – nicht nur angehört werden? Jugendliche sollten nicht nur befragt, sondern verbindlich eingebunden werden – etwa durch ein Jugendparlament mit echten Mitwirkungsrechten oder feste Beteiligungsformate bei wichtigen Projekten. Wer Verantwortung übertragen will, muss junge Menschen auch ernsthaft an Entscheidungen beteiligen.
  2. Was ist aus den angekündigten Bänken auf der Seewiese geworden? Die Seewiese soll grundlegend umgestaltet werden, der Prozess ist kürzlich gestartet. Eine Bürgerbeteiligung ist vorgesehen und wurde von uns angeregt. Erste Impulse stammen aus dem ISEK-Prozess. Im Gespräch sind unter anderem ein Teich, ein Kletterpark, ein dauerhafter Pump-Track sowie eine Veranstaltungsfläche. Wir unterstützen die Neugestaltung und begleiten den Prozess konstruktiv.
  3. Wie ist der aktuelle Stand bei der Entwicklung der Kaserne? In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde der Ankauf zweier Grundstücke auf dem Kasernengelände beschlossen – für Feuerwehr und Bauhof. Damit hat die Entwicklung des Areals begonnen. Wir setzen uns für eine zügige Umsetzung mit modernem Wohnraum und ausreichend Gewerbeflächen ein, damit Friedberg wirtschaftlich stark bleibt und eines der zentralen Entwicklungsareale in der Wetterau zukunftsorientiert genutzt wird. Derzeit befindet sich das Gelände jedoch noch im Eigentum des Bundes, was den Prozess verzögert.
  4. Warum dauern bestimmte Projekte in Friedberg so lange – und was kann man dagegen tun? Die wahrgenommene Langsamkeit hat mehrere Ursachen. In der politischen Entscheidungsfindung versuchen einzelne Parteien häufig, eigene Interessen durchzusetzen, statt Verfahren zu beschleunigen. Hinzu kommt: Auch nach einem Beschluss folgen gesetzlich vorgeschriebene Leistungsphasen, die Zeit benötigen, für die Öffentlichkeit jedoch kaum sichtbar sind. Aktuell läuft beispielsweise die Grundlagenermittlung zur Umgestaltung der Kaiserstraße – ein wichtiger Schritt, der nach außen kaum wahrgenommen wird. Verzögerungen entstehen zudem durch die hohe Auslastung der Verwaltung sowie fehlende klare Prioritätensetzungen, wenn immer neue Projekte angestoßen werden. Wir setzen uns daher für eine konsequente Fokussierung auf Vorhaben ein, die einen direkten finanziellen und wirtschaftlichen Nutzen für Friedberg bringen. Dazu zählt insbesondere die Entwicklung des Kasernengeländes: Dort können Gewerbebetriebe entstehen, die Gewerbesteuer zahlen, sowie Wohnraum für Familien, die über Grund- und Einkommensteuer zur Stärkung der städtischen Einnahmen beitragen. So stellen wir uns eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftskraft unserer Stadt vor.