Die Antworten von Anastasia Plaumann

Freizeit und Jugendkultur

  1. Was fehlt jungen Menschen in Friedberg im Bereich Freizeit und Jugendkultur? Es fehlt an vielfältigen, bezahlbaren Angeboten und Treffpunkten für junge Menschen. Dazu zählen preiswerte Cafés, Bars und Aufenthaltsorte, aber auch Räume, die nicht ausschließlich konsumorientiert sind. Wichtig ist, dass junge Menschen Orte haben, an denen sie sich treffen, austauschen und ihre Freizeit selbstbestimmt gestalten können.
  2. Warum gibt es in Friedberg bisher kein Kino – und sehen Sie eine Chance, das zu ändern? Ein Kino wird von vielen jungen Menschen gewünscht. Aktuell gibt es Überlegungen, im Zusammenhang mit dem Neubau des Parkdecks ein Kino mitzudenken und zu integrieren. Dabei laufen Verhandlungen, unter anderem mit den Stadtwerken. Ob und in welcher Form ein Kino realisiert werden kann, hängt von den weiteren Planungen und der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit ab.
  3. Wie stehen Sie zu einer Skatehalle oder einem überdachten Skate-Angebot? Ein überdachtes Skate-Angebot oder eine Skatehalle halte ich für eine sinnvolle Ergänzung. Zwar gibt es bereits einzelne Skate- oder Basketballflächen, ein größerer, wetterunabhängiger Ort würde jedoch deutlich mehr Nutzungsmöglichkeiten schaffen und Sport, Begegnung und Jugendkultur stärken. Dies kann ein Beispiel dafür sein, wie gezielt Angebote für junge Menschen ausgebaut werden können.
  4. Wie können Treffpunkte entstehen, an denen sich junge Menschen und Erwachsene begegnen können? Treffpunkte können auf unterschiedliche Weise entstehen. Neben Fördermitteln spielen auch städtebauliche Planungen eine wichtige Rolle. Beispielsweise können beim geplanten Umbau der Kaiserstraße oder bei der Entwicklung des Kasernengeländes Begegnungsorte von Anfang an mitgedacht werden. So entstehen öffentliche Räume, die generationenübergreifend genutzt werden können.
  5. Was wollen Sie tun, damit es mehr attraktive Freizeitangebote für Jugendliche gibt? Attraktive Freizeitangebote entstehen durch Zusammenarbeit und Planung. Bestehende Formate wie „Just White“, das im Rahmen des Friedberg Open Air Sommer der Stadt Friedberg stattfindet, sind ein gutes Beispiel und sollten weiterentwickelt werden. Darüber hinaus braucht es Kooperationen mit Vereinen, Initiativen und Veranstalter*innen sowie neue Ideen, die gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt werden.


Schule, Ausbildung &Zukunft

  1. Was muss sich konkret ändern, damit junge Menschen in Friedberg eine Zukunftsperspektive sehen? Junge Menschen brauchen in Friedberg vor allem verlässliche Rahmenbedingungen: gute Schulen, erreichbare Ausbildungs- und Studienorte, bezahlbaren Wohnraum und eine Stadt, in der sie sich gern aufhalten. Dazu gehört ein gut ausgebauter ÖPNV ebenso wie eine attraktive und lebendige Innenstadt mit Aufenthaltsqualität. Zukunftsperspektiven entstehen dort, wo Bildung, Mobilität, Wohnen und Freizeit zusammengedacht werden und junge Menschen das Gefühl haben, dass ihre Bedürfnisse in der Stadtentwicklung mitgedacht werden.
  2. Warum gibt es für die Oberstufenschüler*innen der Augustinerschule noch Container auf dem Goetheplatz – und wie lange soll das so bleiben?Die Containerlösung ist keine Entscheidung der Stadt Friedberg, sondern liegt in der Zuständigkeit des Wetteraukreises als Schulträger. Der Kreis ist verantwortlich für Schulbau und Schulentwicklungsplanung und muss hier tragfähige, dauerhafte Lösungen schaffen. Ziel muss es sein, den Unterricht langfristig in geeigneten, schulgerechten Räumen sicherzustellen und Übergangslösungen wie Container perspektivisch abzulösen.
  3. Wie kann die Stadt junge Menschen bei Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg besser unterstützen? Die Stadt selbst kann keine individuelle Ausbildungs- oder Studienberatung leisten, sie kann aber unterstützende Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört insbesondere, bei der Stadtentwicklung bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende mitzudenken. Ebenso kann die Stadt durch gute Mobilitätsangebote, Vernetzung mit lokalen Akteur*innen und eine jugendfreundliche Infrastruktur dazu beitragen, dass Ausbildung, Studium und Berufseinstieg in Friedberg attraktiver werden.


Räume & Stadt

  1. Wo können Jugendliche in Friedberg sein, ohne zu stören – und was braucht es dafür? Jugendliche stören nicht, sie gehören selbstverständlich zur Stadt dazu. Wichtig ist, dass es ausreichend öffentliche Räume gibt, in denen sie willkommen sind und sich aufhalten können. Dafür braucht es eine Stadtplanung, die Aufenthaltsqualität schafft und unterschiedliche Nutzungen miteinander in Einklang bringt.
  2. Wann werden Straßen in Friedberg nachhaltig erneuert und verbessert? Das städtische Bauamt arbeitet mit Prioritätenlisten zur Sanierung und Erneuerung von Straßen. Diese legen fest, welche Maßnahmen wann umgesetzt werden können. Nachhaltige Verbesserungen erfordern langfristige Planung, ausreichende finanzielle Mittel und eine klare Priorisierung.
  3. Wie wollen Sie für mehr Grünflächen, Bäume und Blumen im Stadtgebiet sorgen? Mehr Grün im Stadtgebiet kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden, zum Beispiel durch gemeinnützige Projekte, Kooperationen mit Vereinen oder die Einbindung von Begrünung in städtebauliche Maßnahmen. Auch kleinere Schritte können hier spürbare Verbesserungen bringen.
  4. Was kann gegen Müll und fehlende Aschenbecher im öffentlichen Raum getan werden? Eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme ist das Aufstellen zusätzlicher Mülleimer und Aschenbecher an stark frequentierten Orten. Ergänzend kann durch Sensibilisierung und Aufklärung das Bewusstsein für Sauberkeit im öffentlichen Raum gestärkt werden.
  5. Wie wollen Sie die Infrastruktur in Friedberg konkret verbessern? Zur Verbesserung der Infrastruktur gehören der Ausbau von Fahrradwegen sowie die Sicherung und Weiterentwicklung des ÖPNV. Ziel ist es, Friedberg für alle gut erreichbar zu machen und umweltfreundliche Mobilität zu fördern.
  6. Wie stehen Sie zu mehr Ausgeh- und Partymöglichkeiten (z. B. Clubs, Bars, Veranstaltungen)? Mehr Ausgeh- und Partymöglichkeiten sind wünschenswert, setzen aber voraus, dass sich Anbieter finden, die bereit sind, solche Angebote in Friedberg zu etablieren. Dafür muss Friedberg insgesamt attraktiv sein – durch Innovation, Entwicklung und eine lebendige Stadtstruktur. Das Potenzial ist vorhanden, entscheidend sind die richtigen politischen Weichenstellungen und Mehrheiten.
  7. Wie können mehr soziale Aktionen und Projekte für junge Menschen gefördert werden? Mehr soziale Aktionen und Projekte für junge Menschen können gefördert werden, indem die Stadt gezielt unterstützt, vernetzt und ermöglicht. Dazu gehört der Einsatz von Fördermitteln ebenso wie die Zusammenarbeit mit Vereinen, Trägern der Jugendarbeit und ehrenamtlichen Initiativen. Wichtig ist außerdem, dass junge Menschen frühzeitig in die Planung eingebunden werden, damit Projekte an ihren tatsächlichen Bedürfnissen ansetzen. Die Stadt kann hier Rahmenbedingungen schaffen, Projekte sichtbar machen und bürokratische Hürden möglichst niedrig halten.

Mitbestimmung & Politik

  1. Wie können Jugendliche in Friedberg wirklich mitentscheiden – nicht nur angehört werden? In Friedberg gibt es bereits einen aktiven Jugendrat. Der sollte nicht nur angehört werden, sondern wirklich mitreden dürfen, wenn Entscheidungen vorbereitet werden. Zum Beispiel könnten Vertreter*innen des Jugendrats regelmäßig in Ausschüssen dabei sein und ihre Themen einbringen. Wichtig ist, dass die Ideen junger Menschen ernst genommen werden und sichtbar in Entscheidungen einfließen – nicht nur als Feedback, sondern als echter Teil des politischen Prozesses.
  2. Was ist aus den angekündigten Bänken auf der Seewiese geworden? Im Bauamt wird derzeit ein neues Gesamtkonzept für die Seewiese entwickelt. In diesem Zusammenhang werden auch Fragen der Aufenthaltsqualität, Möblierung und Nutzung neu betrachtet. Die angekündigten Bänke sind Teil dieser Überlegungen und sollen im Rahmen des Gesamtkonzepts sinnvoll eingeordnet und umgesetzt werden.
  3. Wie ist der aktuelle Stand bei der Entwicklung der Kaserne? Derzeit läuft ein Bieterverfahren, bei dem sich Investoren für die Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes bewerben können. Leider verlaufen die Verhandlungen mit der BImA aus Sicht der Stadt sehr langsam. Nach Abschluss des Verfahrens wird mit den Investoren ein städtebaulicher Vertrag geschlossen, in dem die Aspekte und Wünsche der Stadt Friedberg verbindlich festgehalten werden.
  4. Warum dauern bestimmte Projekte in Friedberg so lange – und was kann man dagegen tun? Kommunale Projekte sind häufig zeitaufwendig, da sie rechtliche Vorgaben, Abstimmungen zwischen politischen Gremien und die Beantragung sowie Bewilligung von Fördermitteln erfordern. Um Prozesse zu beschleunigen, braucht es klare Prioritäten, transparente Abläufe und verlässliche politische Mehrheiten.